Edward Snowden und die nicht enden wollende NSA-Affäre

http://www.spiegel.de/politik/deutschland/hahn-und-notz-empoeren-sich-ueber-nsa-abhoerskandal-a-918493.html#ref=rss

Was Edward Snowden ins Rollen gebracht hat, will nun scheinbar gar kein Ende mehr nehmen. Gerade erst erregte die Vernichtung von Beweismaterialien durch den britischen “Guardian” die Gemüter, da titelt der Spiegel schon wieder mit neuen Enthüllungen. Dabei erinnert gerade die Affäre um die Zerstörung von Festplatten eines Notebooks auf Druck von zwei Mitarbeitern des britischen Nachrichtendienstes GCHQ an die Spiegel-Affäre von 1962. Der Spiegel veröffentlicht aktuell, dass der US-Geheimdienst auch Einrichtungen der UNO, der EU und der Botschaften abhört. Interessanterweise handelt es sich dabei vorwiegend um US-Botschaften. Drängt sich die Frage auf, wem trauen die USA überhaupt noch, wenn nicht einmal sich selbst? Aber genau genommen können sie sich ja auch nicht vertrauen, denn sie selbst wissen am besten, was sie tun. Interessant an der sogenannten Affäre über die Bespitzelung der Welt durch US-Geheimdienste ist, dass es Menschen gibt, die sich darüber aufregen und dass es Menschen gibt, denen es völlig gleichgültig zu sein scheint. Auch Politiker insbesondere in der westlichen Welt zeigen sich nicht sonderlich aufgeregt über die Enthüllungen Edward Snowdens. Der Grund dafür scheint leicht durchschaubar. Die einen regen sich auf, weil sie tatsächlich bisher so naiv waren, zu glauben, staatlichen Einrichtungen vertrauen zu können und die anderen regen sich eben nicht auf, weil sie über die Enthüllungen in keiner Weise überrascht sind. Entweder wussten sie sowieso davon, was wohl auf die Mehrheit der Politiker zu treffen könnte, oder aber sie haben es schon immer geahnt, was auch auf einen großen Teil der Bevölkerung zutrifft. Warum aber wird dann Edward Snowden als schwerer Geheimnis-Verräter durch die ganze Welt gejagt? Reichen tatsächlich gekränkter Stolz und gekränkte Eitelkeit, um einen solchen Schritt zu begründen? Wie armselig das doch alles ist. Vom StaSi der ehemaligen DDR unterscheiden sich die USA eigentlich nur dadurch, dass bisher die Folgen der durch Abhör- und Bespitzelungsaktionen erlangten Kenntnisse ausbleibt. Die Sinnlosigkeit mancher Bespitzelungen ist jedoch absolut vergleichbar. Sicherlich mag es sein, dass so manches geplante Attentat durch die Lauschangriffe vermieden werden konnte, leider nicht jedes, denkt man doch an das letzte in Boston zurück. Dennoch lässt sich diesem Argument durchaus folgen. Traurig nur, dass die USA mögliche Attentäter offensichtlich in eigenen Konsulaten und den Büros der UNO vermuten. Wird erst einmal deutlich, was tatsächlich dahinter steckt, dreht sich vermutlich jedem der Magen um.

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