Warum können sich die Großmächte nicht einmal heraushalten?

http://www.focus.de/politik/ausland/krise-in-der-arabischen-welt/syrien/live-ticker-zum-krieg-in-syrien-ja-zu-militaerschlag-senatsausschuss-staerkt-obama-den-ruecken_aid_1090164.html

 

Was dieser Tage in Syrien geschieht, ist eine furchtbare Katastrophe und ein namenloses Beispiel menschlichen und politischen Versagens. Nun lässt sich jedoch der Umgang, den Menschen in anderen Kulturen miteinander pflegen, nicht mit unserer Kultur vergleichen. Demokratie ist in diesen Staaten fremd und stattdessen herrschen dort religiöser Fanatismus gepaart mit einem extremen Machtgehabe einiger Minderheiten. Die westliche Welt schreit laut auf und muss das auch, aber fraglich ist, ob sie sich immer wieder einmischen muss. Vor allem die USA können sich selbst unter einem Präsidentne wie Barack Obama nicht endlich einmal aus ihrer Rolle der Weltpolizei lösen. Natürlich fällt es uns in unserer demokratischen Kultur schwer mit anzusehen, wie hunderttausende Menschen in einem Akt staatlicher Willkür und rücksichtsloser, diktatorischer Machtausübung verletzt und getötet werden. Letztlich sind jedoch die Erfolge der USA in den letzten Jahrzehnten insbesondere in den orientalischen, moslemischen Staaten eher dürftig. OK, man hat es geschafft, Osama bin Laden zu töten. Das waren die Amerikaner sich selbst schuldig als Racheakt für den 11.9.2001. Auch Saddam Husein konnte gefangen und hingerichtet werden. Aber dass damit nicht die Ursache der Probleme in diesen Regionen bekämpft werden konnte, sondern nur die Symptome, wird immer deutlicher. Es ist schön, dass innerhalb der Bevölkerungen der arabischen Staaten der Wunsch nach Demokratisierung wächst, aber Ägypten ist ein Beispiel für die geringe Reife von Politik und Bevölkerung in dieser Hinsicht. Nun als westliche Demokratien herzugehen und den Menschen in diesen Regionen die Demokratie mit Waffen lehren zu wollen, ist mit den christlichen Missionierungsversuchen der Welt in den vergangenen Jahrhunderten vergleichbar. Letztendlich grenzt es also immer wieder an eine Bevormundung. Auch die derzeitige Regierung Syriens wird nicht ihr ganzes Volk auslöschen können, denn dann fehlt irgendwann die Basis zum Regieren. Die letzten verbliebenen Anhänger Präsident Assads werden als Staatsvolk nicht ausreichen.Ob die Oppositionsgruppen überhaupt noch eine Demokratisierung zum Ziel haben, ist derzeit nicht einmal mehr einzuschätzen. Denn auch hier spielen immer mehr religiöse und ethnische Motivationen eine Rolle. Am Ende unterstützen die USA jetzt wieder Kräfte, von denen sie später selbst bekämpft werden – wie in den Beispielen Osama bin Laden oder Sadam Husein.

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