Stell dir vor es ist Wahl und niemand geht hin

http://www.fr-online.de/meinung/bundestagswahl-40-prozent-nichtwaehler-sprechen-baende,1472602,24069242.html

 

Rund 40 Prozent wollen laut Umfragen zur Wahl am 22. September nicht wählen gehen. Noch schlimmer, es gibt eine große Gruppe insbesondere junger Menschen, die nicht einmal wissen, dass die nächste Bundestagswahl am 22. September stattfinden soll. Aber was bewegt die Menschen oder bewegt sie eben nicht, sich nicht an der Wahl zu beteiligen? Ein Teil der Nichtwähler handelt aus politischer Überzeugung. Das Argument lautet, man könne keine dieser Parteien wählen, also wählt man besser gar nicht. Klingt logisch, dumm ist nur, dass Nichtwähler gerade die mehrheitsschwachen Kräfte indirekt stützen. Nichtwähler sind nämlich vorwiegend ursprüngliche Wähler der großen Traditionsparteien SPD und CDU. Je mehr Stammwähler der großen Parteien auf die Abgabe ihrer Wahlstimme verzichten, umso größer wird das Gewicht der wenigen Stimmen, die sich auf die kleinen Parteien am Rand vereinigen. Man muss nicht unbedingt Geschichtsexperte sein, um zu verstehen, dass eine völlig ungewollte Gewichtung entstehen kann. Natürlich ist die Entscheidung für eine der großen Parteien schwierig, denn letztendlich unterscheiden sie sich kaum in den realen Auswirkungen der Wahl. Aber ist nicht eine nichtssagende demokratische Partei  in der Bundesregierung sinnvoller, als vielsagende und vollmundige Wahlversprechen kleiner Parteien, die alles versprechen können, weil sie sowieso davon ausgehen, dass sie kaum einen Sitz im Parlament erlangen?

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