Polizei tobt in Fußballstadion – Verhältnismäßigkeit der Mittel geht verloren

http://www.welt.de/sport/article119268690/Darum-stuermte-die-Polizei-den-Schalker-Fanblock.html

 

Volksverhetzung oder einfach sportliche Naivität? Letzteres dürfte wohl eher der Fall gewesen sein, als beim Champions League Spiel am Mittwoch Abend im der Gelsenkirchener Veltins-Arena ein Transparent des befreundeten mazedonischen Fußballclubs Vardar Skopje gehisst wurde. Vielleicht mag es auch ein paar böse Hintergedanken gegeben haben, weil die Fans wussten, dass die griechischen Fans auf dieses Banner aggressiv reagieren mussten. Griechenland ist nicht mit der Namensgebung des südlichen Landesteils des früheren Jugoslawien einverstanden, denn Makedonien gehört ihrer Meinung nach ausschließlich zu Griechenland. Scheinbar haben die Griechen momentan auch keine anderen Sorgen, als sich um den Namen eines Landesteils Gedanken zu machen, den sie für sich allein beanspruchen. Fakt ist, die Fans des griechischen Fußballclubs Paok Saloniki provozierten schon während des gesamten Spiels, hielten sich nicht an Vereinbarungen und Vorschriften und zündeten Bengalos und andere Feuerwerkskörper. Auch Banner mit provokanten Aufschriften wurden während des gesamten Spiels hochgehalten.  Das Banner des mazedonischen Fußballclubs im gegnerischen Fanblock nehmen sie dann zum Anlass, einfach mal mit der Stürmung des Schalker Fanblocks zu drohen – ein äußerst fragwürdiges Unterfangen für Fans, die in einem internationalen Fußballturnier und Fußballstadion zu Gast sind. Als gäbe es Krieg im Fußballstation.  Die Schalker Fans waren nicht bereit, das Banner freiwillig wieder abzunehmen, da hat sich die Polizei kurzerhand der Drohung der aggressiven Gäste im Stadion gebeugt und selbst den heimischen Fanblock gestürmt. Fußballfans wurden mit Pfefferspray und Schlägen traktiert.  Die Polizei hat sich damit zum Werkzeug randalierender Fans gemacht und ihre Rolle als Ordnungshüter nicht nur einfach überschritten, sondern offenbar völlig außer acht gelassen. Ein weit über die gesetzlich vorgegebene Verhältnismäßigkeit der Mittel hinausgehendes Verhalten der Polizei ist in jüngster Vergangenheit häufiger zu beobachten. Fahrrad- und Mofa-fahrende Kinder sind schon seit eh und je beliebte Opfer der Verkehrspolizei. Neuerdings werden auch  Radfahrer im Erwachsenenalter traktiert und, wenn sie sich wehren, einfach für verrückt erklärt. In Hannover wurde vor zwei Tagen ein Mann von der Polizei per Hubschrauber-Einsatz verfolgt. Er hatte nicht etwas eine Bank ausgeraubt oder gar Mitmenschen verletzt oder getötet, was einen solchen Einsatz ja durchaus rechtfertigen würde. Der Mann hatte aus einem Garten zwei Blumentöpfe gestohlen – Für die Polizei ein Grund, die Suche nach dem Blumendieb per Hubschrauber durchzuführen. Wird es vielleicht Zeit, der Polizei mal etwas genauer auf die Finger zu schauen oder lässt man der Staatsgewalt alle Ruhe, völlig über das Ziel hinaus zu schießen – im wahrsten Sinne des Wortes.

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