Liegt es am Fußball oder an Bayern?

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article127576936/Der-befreiende-Hass-des-Uli-Hoeness.html

Zugegeben, ich bin weder Fußballfan noch bin ich ein Freund der bayerischen Lebensart und Politik. Aber es kann doch nicht nur daran liegen, dass ich die Veranstaltung des FC Bayern München vom gestrigen Abend reichlich befremdlich finde. Da lässt ein überführter Steuersünder, und zwar nicht nur ein kleiner Steuerhinterzieher, sondern ein Mann, der den Staat und damit jeden von uns um etliche Millionen betrogen hat, ein paar heftige Hasstiraden los gegen die Leute, die sein gesetzwidriges Verhalten veröffentlichten, und alle Anwesenden jubelten ihm zu. Als er auf seine Revisionsmöglichkeit gegen das Urteil verzichtete, glaubte sicher nicht nur ich, nun habe er doch zum Anstand gefunden. Doch gestern machte er klar, es war nicht sein Anstand, der ihn dazu bewog. Vielmehr wollte er angeblich lediglich sich, seine Familie und seinen Verein davor schützen, dass Mitarbeiter der Presse weiterhin von der Pressefreiheit Gebrauch machen und ihn bedrängen würden. So seine ebenfalls bejubelte Aussage. Da er das nun schon offen zugibt, drängt sich der Verdacht auf, dass sein Verzicht auf die Revision tatsächlich einen weniger harmlosen Hintergrund haben wird. Es wird wohl kaum seine Familie sein, die er vor der Presse schützen will. Es erscheint doch nun erst recht, als gelte es Hintermänner seiner betrügerischen Spekulationen und letztendlich sich selbst zu schützen vor dem, was unter Umständen noch bekannt werden könnte. Es war wohl doch illusorisch von mir, solchen Menschen auch nur den letzten Funken Anstand zu unterstellen.

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