Immer wieder Kritik an der Rente mit 63

http://www.zeit.de/wirtschaft/2014-05/rente-finanzierung-kritik

Wieder einmal gibt es Kritik an der angeblichen Rente mit 63. Dieses Mal sind es die Rentenversicherer und, wen wundert es, wieder einmal mit dem Argument, diese Rente gehe zu Lasten der Jüngeren. Habt ihr es denn immer noch nicht bemerkt? Jede Rente geht zu Lasten der Jüngeren, zumal niemand weiß, wie es einmal um die Rente der Jüngeren bestellt sein wird. Das bezieht sich nicht nur darauf, dass die Rente für jüngere Menschen nicht sicher sein könnte, sondern meint auch, dass niemand weiß, ob sie wirklich zu niedrig ausfallen wird. Ist es vielleicht auch ein guter Trick von Politik und Versicherungswirtschaft, auf diese Weise die Menschen in die privaten Zusatzversicherungen zu drängen? Wie dem auch sei. Wie viele Menschen werden denn abschlagsfrei mit 63 Jahren in Rente gehen können? Doch gerade einmal ein Jahrgang, nämlich der Geburtsjahrgang 1953/54. Und auch von diesem Jahrgang betrifft die abschlagsfreie Rente mit 63 nur diejenigen, die auch 45 Beitragsjahre geleistet haben. Wie viele der heute jungen Menschen werden das mit 63 Jahren denn überhaupt von sich behaupten können? Darüber spricht kaum jemand oder es wird ihm sofort das Wort abgeschnitten. Diese heute junge Generation, die sich aufgrund der öffentlichen Diskussion dazu hinreißen lässt, sich benachteiligt zu fühlen, wurde von genau diesen Menschen, die jetzt nach 45 Beitragsjahren in Rente gehen sollen, nach allen Regeln der Kunst verhätschelt und verwöhnt. Natürlich können das nicht alle jungen Menschen von sich behaupten, aber auf die Masse trifft es wohl zu. Es waren die Kinder, die mit dem Auto in den Kindergarten und später in die Schule gefahren wurden, die kaum materiellen Verzicht üben mussten, nicht mehr geschlagen oder bloßgestellt werden durften, Nichtraucherschutz und Förderung in vielen Bereichen genossen, Gleichbehandlung bezüglich des Jahresurlaubs genießen und nicht mit 18 Urlaubstagen auskommen müssen, heute Erziehungsurlaub und Erziehungsgeld genießen, wenn sie Kinder bekommen usw. Diese Liste könnte endlos fortgeführt werden. All diesen Luxus genossen die heute 63jährigen in ihrer Jugend nicht. Sie durften übrigens auch schon mit 14 Jahren arbeiten. Deshalb schaffen sie es auch locker, mit 63 Jahren 45 Beitragsjahre in der Rentenversicherung zu erreichen. Berufstätige Frauen, die in den 1950er Jahren geboren sind, und auch ältere Frauen, mussten ihre Kinder neben der Berufstätigkeit erziehen oder auf ihren Job verzichten, denn als sie in das Berufsleben einstiegen, herrschte massive Arbeitslosigkeit, insbesondere Jugendarbeitslosigkeit Ende der 1970er bis Mitte der 1980er Jahre. Wer 1955 geboren ist, kann übrigens schon nicht mehr mit 63 ohne Abschläge die Rente genießen, denn mit jedem jüngeren Lebensjahr steigt der Renteneintritt um 2 Monate. Wer 1958 geboren ist, geht mit 64 in Rente, immer 45 Beitragsjahre vorausgesetzt, und wer 1963 geboren ist, arbeitet dann doch bis 65, wenn er denn schon 45 Jahre auf dem Buckel hat. Was spricht denn dagegen, einfach alle Arbeitnehmer nach 45 Beitragsjahren in Rente zu schicken? Nachdem die staatliche Rentenversicherung spätestens seit der deutschen Wiedervereinigung, die ja zum Großteil aus der Rentenversicherung finanziert wurde, ohnehin seit Jahren auf staatliche Zuschüsse angewiesen ist, dürfte es doch auch längst möglich sein, das Rentensystem so zu ändern, dass jeder Versicherte die Rente aus seinen eigenen Beiträgen erhält, anstatt immer weiter am Generationenvertrag festzuhalten.

Wer sich benachteiligt fühlt, sollte doch einmal über die Mütterrente nachdenken. Sie kommt Frauen zugute, die es sich leisten konnten, auf Berufstätigkeit zu verzichten und sich auf ihre Kinder zu konzentrieren. Mit anderen Worten, von ihr profitieren Frauen, die selbst keine oder nur geringe eigene Beiträge in die Rentenversicherung eingezahlt haben. Schlimmer noch, sie kommt auch Frauen zugute, deren Ehegatten ebenfalls nicht sozialversicherungspflichtig beschäftigt sind und waren, sondern aufgrund ihres hohen Einkommens privat für ihr Rentenalter vorsorgen, sich also nicht an der Solidargemeinschaft beteiligen. Das System der Hausfrauen-Alimentierung aus Renten-Beiträgen der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten dürfte ohnehin längst überholt sein, aber nun auch noch Frauen aus den Rentenkassen zu alimentieren, die selbst überhaupt nichts mit gesetzlicher Rentenversicherung zu tun haben, ist ein Hohn.

Werden Rassismus und Fremdenfeindlichkeit wieder salonfähig?

http://www.focus.de/panorama/welt/rassistisches-motiv-moeglich-bewaffnete-schlagen-und-berauben-afrikaner-in-halle_id_3816442.html

Die ostdeutsche Stadt Halle war gestern wieder einmal Schauplatz eines Übergriffs auf einen afrikanischen Mitbürger. Unbekannte schlugen den aus Guinea stammenden Mann, bedrohten ihn mit einem Messer und raubten ihn aus. Dieser Überfall könnte auch als schlichter Raubüberfall gewertet werden, aber Afrikaner sind nicht die typischen Opfer von Raubüberfällen, daher drängt sich der Eindruck eines fremdenfeindlichen Motivs auf. Dafür spricht auch, dass zuvor schon an anderer Stelle in der Stadt zwei Afrikaner übel beschimpft wurden. Beschimmpft wofür? Dafür, dass sie Afrikaner sind. Das ist sicherlich ein guter Grund Menschen zu beschimpfen und zu bedrohen. Erst im März wurde in der ebenfalls ostdeutschen Stadt Bernburg ein Imbissbesitzer überfallen und brutal zusammengeschlagen, nachdem die Schläger, eine Gruppe junger Männer, ihn zuvor als Scheiß-Kanacken beschimpft hatte. Solche Übergriffe gibt es nach wie vor nicht nur in Ostdeutschland, auch wenn sie dort stärker konzentriert sind und eingefleischte westdeutsche Demokraten fast dazu bringen, ihre Toleranz gegen Ostdeutsche zu verlieren. Dennoch werden auch in Westdeutschland immer wieder einmal Ausländer beschimpft und angegriffen. Fremdenhass und Rassismus sind leider auch nicht auf Deutschland beschränkt. Griechenland, Frankreich, Spanien und Portugal sind ebenfalls bekannt dafür, dass Ausländer regelmäßig mit Übergriffen rechnen müssen. Die Krönung ist der türkischstämmige Schriftsteller Akif Pirincci. Er hat wunderbare Katzen-Krimis von Felidae über Francis und weitere Fortsetzungen geschrieben. Doch nun outete er sich bereits mehrmals in Blogs und jetzt in seinem neuen Buch. Im Kern mag er sogar teilweise Recht haben, wenn er von Migranten verlangt, dass sie sich ihrem Gastland gegenüber dankbarer zeigen sollten. Gerade er, ehemals selbst Migrant, inzwischen deutscher Staatsbürger, dürfte sich diese Kritik sicherlich erlauben, ohne dabei gleich in den Verdacht der Ausländerfeindlichkeit zu geraten. Leider ist sein neues Buch so stark geprägt von Polemik und derben, rechtsgerichteten Äußerungen, dass er nun nahe an die Neonazi-Szene heranrückt. Schade eigentlich, denn er hätte es doch so intelligent angehen können, wie seine Arbeit an den Krimis um den Katzendetektiv Francis. Damit hätte er vielleicht etwas Positives erreicht. Was er nun erreicht hat, ist wohl eher die Verachtung vieler seiner bisherigen Leser. Auch die USA sind ein gutes Vorbild für Rassismus und Fremdenhass. Hatte sich doch gerade erst NBA-Manager Sterling verachtend über schwarze Basketball-Legenden geäußert. Sämtliche Vereine und die NBA selbst haben sich zwar sehr schnell von Sterling und seinen Äußerungen distanziert. Dennoch werden Afro- und Lateinamerikaner immer wieder Opfer von rassistischen Diffamierungen. Nicht alle Menschen sind gleich, aber anstatt die Unterschiede zum Anlass von menschenverachtenden Aktionen zu nehmen, sollte man sich doch in toleranter Form miteinander beschäftigen. Viele wären sicherlich überrascht darüber, wie spannend das Leben der anderen doch sein kann.

Liegt es am Fußball oder an Bayern?

http://www.welt.de/sport/fussball/bundesliga/fc-bayern-muenchen/article127576936/Der-befreiende-Hass-des-Uli-Hoeness.html

Zugegeben, ich bin weder Fußballfan noch bin ich ein Freund der bayerischen Lebensart und Politik. Aber es kann doch nicht nur daran liegen, dass ich die Veranstaltung des FC Bayern München vom gestrigen Abend reichlich befremdlich finde. Da lässt ein überführter Steuersünder, und zwar nicht nur ein kleiner Steuerhinterzieher, sondern ein Mann, der den Staat und damit jeden von uns um etliche Millionen betrogen hat, ein paar heftige Hasstiraden los gegen die Leute, die sein gesetzwidriges Verhalten veröffentlichten, und alle Anwesenden jubelten ihm zu. Als er auf seine Revisionsmöglichkeit gegen das Urteil verzichtete, glaubte sicher nicht nur ich, nun habe er doch zum Anstand gefunden. Doch gestern machte er klar, es war nicht sein Anstand, der ihn dazu bewog. Vielmehr wollte er angeblich lediglich sich, seine Familie und seinen Verein davor schützen, dass Mitarbeiter der Presse weiterhin von der Pressefreiheit Gebrauch machen und ihn bedrängen würden. So seine ebenfalls bejubelte Aussage. Da er das nun schon offen zugibt, drängt sich der Verdacht auf, dass sein Verzicht auf die Revision tatsächlich einen weniger harmlosen Hintergrund haben wird. Es wird wohl kaum seine Familie sein, die er vor der Presse schützen will. Es erscheint doch nun erst recht, als gelte es Hintermänner seiner betrügerischen Spekulationen und letztendlich sich selbst zu schützen vor dem, was unter Umständen noch bekannt werden könnte. Es war wohl doch illusorisch von mir, solchen Menschen auch nur den letzten Funken Anstand zu unterstellen.

OSZE Militärbeobachtder sind wieder frei!

http://www.dw.de/osze-milit%C3%A4rbeobachter-sind-wieder-frei/a-17610196

Soeben berichtet DW, dass  die von pro-russischen Separatisten entführten OSZE-Militärbeobachter wieder frei sind. Hat das Gespräch zwischen Ex-Kanzler Schröder und Putin anlässlich Schröders 70. Geburtstag doch Wirkung gezeigt? Egal, erst einmal ist es gut, dass die Leute wieder frei sind. Dennoch wirft sich die Frage auf, ob internationale ebenso wie nationale Politik nur noch auf dem kleinen Dienstweg möglich ist. Fraglich ist auch, wie so etwas überhaupt passieren kann. Warum hat Putin so lange zugesehen, dass Mitglieder einer internationalen Organisation gefangen gehalten wurden? Will er beweisen, dass jederzeit mit seiner Unzuverlässigkeit zu rechnen ist? Entwickelt sich Russland nun endgültig wieder zu einer Bananenrepubik, die von der internationalen Staatengemeinschaft nicht mehr als ernster Partner anerkannt, sondern nur noch als Willkürherrschaft gefürchtet werden darf? Diese Aktion der angeblich pro-russischen Separatisten spricht eindeutig dafür. Wenn sie so pro-russisch sind, hätte Putin schon längst eingreifen können. Russlands Intervention in der Ukraine mag noch verständlich sein, wenn man sich vor Augen hält, dass in der Ukraine starke rechtsgerichtete Kräfte Richtung Staatsmacht streben. Doch eine eher kriminelle Handlung wie die Gefangennahme von Mitgliedern einer internationalen Organisation lässt eher an Terrorismus glauben.

Sebastian Edathy – Wieder mal eine Affäre ohne Ende

http://www.taz.de/Edathy-Affaere/!137804/

Neue Meldungen der Presse berichten darüber, dass Sebastian Edathy wohl doch einen Hang zur Kinderpornografie hat. Nun sollen doch kinderpornografische Videos auf seinem Computer entdeckt worden sein. Zu allem Überfluss hat er sie sich auch noch in seinem Abgeordnetenbüro angesehen, denn sie sind wohl über den Server des Bundestags heruntergeladen worden. Was soll man dazu noch sagen?Sollte man Mitleid mit dem Mann haben, weil er mit dieser sexuellen Neigung leben muss? Ist er als gefährlich einzustufen, weil der nächste Schritt vielleicht ein direkter Angriff auf ein Kind sein könnte? Und wie kommt ein solcher Mensch in den Bundestag? Ganz einfach, man kann jedem Menschen nur vor den Kopf sehen und man sieht es niemandem an, welche sexuelle Neigung er hat. Ist er schwul, ist eine Abgeordnete lesbisch? Besteht gar eine Neigung zum Kindesmissbrauch? Merkt man einem Menschen wirklich nicht an, dass etwas anders an ihm ist? Vielleicht sollten die Parteien zukünftig wenigstens versuchen, etwas genauer hinzusehen, bevor sie jemanden zur Wahl stellen. Die Wähler haben keine Chance, einen Kandidaten näher kennen zu lernen, sie wählen das, was ihnen verkauft wird. Vielleicht wäre es aber auch eine Lösung, wenn jeder politisch aktive Mensch zukünftig selbst den Anstand besäße, sich aus der öffentlichen Politik fernzuhalten, wenn ihn solche Neigungen quälen.  Stattdessen wäre vielleicht eine psychotherapeutische Behandlung angesagt, um die Ursachen aufzudecken und so die Chance zu einer “normalen” Sexualität zu erhalten.

 

Markus Lanz: Eine seriöse Moderation sieht anders aus

http://www.focus.de/kultur/medien/online-petition-gegen-moderator-lanz-muss-sich-bei-sahra-wagenknecht-entschuldigen-10_id_3564613.html

 

Markus Lanz, nicht nur bekannt für die große ZDF-Abendunterhaltungssow Wetten Dass, sondern auch allabendlicher Moderator seiner eigenen Talk-Runde. Immer wieder fällt der Moderatur unangenehm damit auf, dass er seinen Gästen Fragen stellt und ihnen dann kaum die Chance gibt, sie zu beantworten. Aber was er sich gemeinsam mit Hans-Ulrich Jörges, Mitglied der Stern-Chefredaktion, dort im Gespräch mit Sarah Wagenknecht geleistet hat, übertraf alles. Sarah Wagenknecht hatte kaum eine Chance, auch nur einen Satz zuende zu bringen, hat die beiden unsachlichen Heißsporne aber dennoch cool Abblitzen lassen. Meine Hochachtung, Frau Wagenknecht, auch wenn ich politisch nicht auf Ihrer Linie bin, aber das haben Sie sehr gut gemeistert. Gar nicht gut gemeistert hat vor allem der Moderator seine Aufgabe. Er war alles andere, als objektiv oder unabhängig, einfach abstoßend. So empfand es auch Maren Müller und hat eine Online-Petition ins Leben gerufen. Rund 150.000 Unterschriften hat sie mit ihrer Petition schon gesammelt. Und es gibt sicherlich zahlreiche weitere Zuschauer, die diese Sendung ebenso kritisch sahen. Tatsächlich scheint Markus Lanz eher geeignet zu sein, inhaltslose Pläuschchen mit Besuchern aus der drittklassigen Prominenz nach ihrer Rückkehr aus dem Dschungel-Camp zu führen. Sachliche Gespräche über politische Themen – dieses Niveau scheint doch zu hoch für ihn zu sein. Das ZDF sollte sich überlegen, ob Fernsehzuschauer der Öffentlich-Rechtlichen für ihre Rundfunkgebühr nicht mehr erwarten können.

ADAC – Flügel-Spagat der gelben Engel

http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/recht-steuern/gerichtliche-ueberpruefung-vielleicht-darf-der-adac-bald-kein-verein-mehr-sein-12765853.html

 

Einst waren die Gelben Engel die Pannenhelfer und Stauberater des ADAC, eines der wohl größten Vereine in Deutschland. Nun wurden aus den Himmelswesen gefallene Engel, gefallen, weil sie missbraucht wurden, vermutlich für rein wirtschaftliche Interessen. Michael Ramstetter, als Kommunikationschef vor kurzem für die Auslobung des Gelben Engels, der Trophäe für das deutsche Lieblingsauto, verantwortlich, gab inzwischen sogar zu, die Zahlen frisiert zu haben, hat sich dafür entschuldigt und wurde seines Amtes enthoben. Warum er das gemacht hat, das hat er nicht erklärt, aber warum auch? Man kann es sich ja denken. Diese Geschichte führte nun dazu, dass der ADAC schwer in der öffentlichen Kritik steht. Sogar seinen Vereinsstatus möchte man dem Club aberkennen. Aber ist das nicht schon lange ein schwieriger Spagat? Ein Verein, dessen Tochtergesellschaften milliardenschwere Unternehmen sind? Klingt eher nach Holding.

Aber der ADAC ist nicht nur schlecht. Die wahren gelben Engel haben schon so manchem Autofahrer aus der Panne geholfen. Für seine Mitglieder bietet der Club zahlreiche Vorteile an und erleichtert so manche Urlaubsreise. Letztendlich trägt er damit auch zur Sicherheit bei. Sicherheit ist ein weiterer Faktor, für den der ADAC sich aktiviert, vom Verkehrsübungsplatz bis hin zu Fahrsicherheitstrainings, Kinderverkehrserziehung und vielen weiteren Aktionen, die durchaus lobenswert sind. Darüber hinaus setzt der starke Verein sich für die Entschärfung gefährlicher Straßen und irrwitzer Verkehrsgesetze ein. Und wer einmal eine kompetente Auskunft zum Verkehrs- und Zulassungsrecht benötigt, wird beim ADAC auch nicht enttäuscht. In den Motorsport, und zwar auch auf kleiner, lokaler Ebene, investiert der Club und verlangt kaum Gegenleistungen. Der Verein ist zwar zu einem Wirtschaftskonzern herangewachsen, aber doch im Interesse seiner Mitglieder und der gesamten Gesellschaft, das sollte man nicht vergessen.

Klausurtagung der Bundesregierung – Fangen wir erstmal gesellig an

http://www.focus.de/politik/deutschland/klausurtagung-des-kabinetts-alle-ergebnisse-im-ueberblick_id_3565287.html

 

Bundeskanzlerin Angela Merkel fand’s schön auf Schloss Meseberg. Wer soll ihr das nicht glauben? Eine gesellige Klausurtagung der Bundesregierung in einem mecklenburgischen Schloss ist doch eine feine Sache. In herrlicher Eintracht zeigten sich Kanzlerin und Vizekanzler anschließend auf der Pressekonferenz. Man hat sich wohl gut verstanden im Schloss. Nur leider ist nicht viel dabei heraus gekommen. Die abschlagsfreie Rente mit 63 soll auch ohne vernünftigen Hintergrund auf den Weg gebracht werden und zur Energiewende gab es eigentlich auch mehr Absichtserklärungen, als handfeste Beschlüsse. Weitere Ergebnisse kamen nicht heraus. Da bedarf es wohl doch noch ein paar weiterer Klausurtagungen, aber wir haben ja noch ein paar Schlösser in Deutschland. Oder sollten unsere Politiker vielleicht mal zur Abwechslung in einer Jugendherberge tagen? Da kommen dann wieder alt bekannte Gefühle eines besonderen Zusammenhalts im Gruppen-Schlafraum und am Lagerfeuer auf. Am Ende wird aus der großen Koalition noch eine große Fusion zur CSPD oder CSDU. So kann man über Jahrzehnte in Eintracht dahinregieren, ohne ernsthaft etwas bewegen zu müssen.

Wird die Ukraine zwischen Russland und der EU zerrissen?

http://www.focus.de/politik/ausland/news-ticker-zur-ukraine-nach-krisengespraech-hoffnung-auf-ein-ende-der-gewalt-22_id_3563602.html

 

Die Regierung in Kiew erklärt sich zu ersten kleinen Schritten bereit und will die festgenommenen Demonstranten innerhalb von drei Tagen frei lassen. Warum dauert das drei Tage? Fragen sich wohl auch die übrigen Demonstranten in der ukrainischen Hauptstadt. Dennoch ruft Oppositionspolitiker Vitali Klitschko zur Besonnenheit auf. Er hofft darauf, sich auf die Zusage verlassen zu können und weitere Erfolge zu erzielen. Die Intelligenz und Besonnenheit des Ex-Boxweltmeisters ist zu bewundern. Er könnte auch in Florida am Pool liegen. Stattdessen setzt er sich der meteorologischen und politischen Eiseskälte in seinem Heimatland aus. Betrachtet man die Gewalteskalationen der letzten Tage, so fragt sich allerdings, wie lange EU und USA noch zuschauen. Natürlich ist es eine innerstaatliche Angelegenheit der Ukraine. Schließlich wurde der amtierende Präsident Janukowitsch demokratisch gewählt, sofern die Wahl mit rechten Dingen zugegangen ist. Aber andersherum ist es auch eine innerstaatliche Angelegenheiten der Staaten, die wirtschaftliche und politische Beziehungen zur Ukraine unterhalten. Viktor Janukowitsch regiert scheinbar gegen sein Volk und außerdem, so scheint es, für sein persönliches Wohlergehen und das seiner Familie. Heute Abend haben die USA endlich mit Sanktionen gedroht und vielleicht schließen sich auch EU-Staaten an, um Janukowitsch zum Einlenken zu bewegen.

Rente mit 63? Eine Mogelpackung

http://www.handelsblatt.com/politik/deutschland/kritik-an-der-reform-nahles-rente-mit-63-ist-nicht-umsetzbar/9365186.html

 

Nach der gescheiterten Umsetzung der im Koalitionsvertrag geplanten Gesetzgebung zur Vorratsdatenspeicherung und einem ersten Disput zwischen den Regierungsparteien scheint nun auch die abschlagsfreie Rente mit 63 an der Realität zu zuschellen. Was aber sowieso nur jeder wusste, der sich den Koalitionsvertrag genauer angesehen hat, war, dass ohnehin nur ein kleiner Kreis mit 63 ohne Abschlagszahlungen in Rente gehen sollte. Ebenso, wie die Regelaltersrente war nämlich auch hier von vornherein eine Staffelung vorgesehen. In den Interviews war davon auch bei den SPD-Abgeordneten nicht die Rede. Das wurde einfach stillschweigend in den Koalitionsvertrag aufgenommen. Dennoch führte das Thema fast zu einer Spaltung innerhalb der Bevölkerung, denn wieder einmal fühlen sich die jüngeren Menschen von den älteren übervorteilt. Während man zunächst noch dachte, warum sollten die jüngeren Menschen übervorteilt sein, sie könnten schließlich auch mit 63 ohne Rentenabschläge ihr Arbeitsleben beenden, wenn sie es tatsächlich schafften, bis dahin 45 Jahre lang Rentenversicherungsbeiträge einzuzahlen, zeigte sich ja nun der Grund dafür. Betroffen von diesem Vorteil sind nur Arbeitnehmer des Geburtsjahrgangs 1952, denn sie werden in diesem Jahr 63 Jahre alt. Wer im nächsten Jahr 63 Jahre alt wird, muss schon zwei Monate länger arbeiten, bis schließlich mit dem Geburtsjahrgang 1964 der Vorteil aufgebraucht ist, denn dieser Jahrgang kann frühestens mit 65 Jahren abschlagsfrei in Rente gehen und das war auch bisher schon möglich, wenn 45 Beitragsjahre in der gesetzlichen Rentenversicherung nachgewiesen sind.

Für unsere Politiker völlig überraschend stellte sich jetzt auch noch heraus, dass überhaupt nicht nachvollziehbar ist, wer während seines Berufslebens Arbeitslosenhilfe oder ALG II bezogen hat. Was nun, Frau Nahles? Vergessen wir doch am besten das Ganze, denn wenn die wenigen Arbeitnehmer, die es schaffen mit 63 Jahren 45 Jahre lang Beiträge in die gesetzliche Rentenversicherung einzuzahlen, weniger Wert sind, als Mütter, die demnächst spätestens mit dem Eintritt ihrer Kinder in das Erwachsenenleben die Rente einreichen können, dann lässt man es doch besser sein. Mal ganz zu schweigen von dem Verhältnis der seit ihrem 14. oder 16. Lebensjahr berufstätigen Frauen, die neben Haushalt und Kindererziehung immer arbeiten mussten, weil das Geld sonst nicht gereicht hätte zu den Frauen, die vielleicht nie in den Genuss dieser Doppelbelastung bekommen sind. Soll die Bundesregierung sich also lieber auf die Mütterrente konzenrieren, da gibt es wenigstens keine Klärungsprobleme.